
Luxemburg/Port-au-Prince, 11. Oktober 2016. Vor einer Woche traf Wirbelsturm Matthew auf das haitianische Festland und sorgte mit hohen Flutwellen sowie Windstärken von bis zu 230 Kilometer pro Stunde für schwere Zerstörung. CARE ist vor Ort und verteilt lebensrettende Hilfsgüter, doch die Logistik bleibt eine Herausforderung:
„Weil die wenigen Zufahrtsstraßen in den Süden von Baumstämmen und Schutt blockiert sind, kommen größere Lastwagen mit Hilfsgütern nur schwer durch“, berichtet CARE-Länderdirektor Jean-Michel Vigreux. „Aber in den Gemeinden wird Hand in Hand daran gearbeitet, um diese und kommende Herausforderungen zu bewältigen. Die Widerstandskraft und der Überlebenswillen der Menschen in Haiti sind bewundernswert, und genau diese Kräfte müssen jetzt und zukünftig gestärkt werden.“
Das gesamte Ausmaß der Zerstörung wird nach und nach deutlich, da viele der betroffenen Gebiete nun erstmals wieder Kontakt mit der Außenwelt aufnehmen können. Jean-Michel Vigreux war am Wochenende in Les Cayes und ist jetzt in Jérémie an der südwestlichen Spitze des Landes: „Matthew hat riesengroße Bäume ausgerissen und sie praktisch auf Häuser geschmissen. Viele Gebäude sind komplett zerstört. Überall auf den Straßen liegen heruntergerissene Stromleitungen.“
CARE-Teams berichten, dass an einigen Orten wieder langsam Normalität einkehrt, etwa Märkte wieder geöffnet werden. Ein Großteil der Hilfsgüter wird lokal beschafft, um eben diese lokalen Märkte zu stärken und schnelle Hilfe zu gewährleisten. CARE hat bisher 12.000 warme Mahlzeiten verteilt, 500 Hygiene-CARE-Pakete, 2.500 Plastikplanen für Notunterkünfte sowie 6.000 Wasserreinigungstabletten. Sauberes Trinkwasser ist angesichts der Gefahr steigender Cholerafälle eine hohe Priorität. In den nächsten Tagen werden zudem auch Matratzen und Decken verteilt. Insgesamt plant die Hilfsorganisation, in der ersten Phase der Nothilfe 50.000 Menschen zu erreichen. Schätzungen zu Folge benötigen insgesamt 350.000 Menschen unmittelbare Überlebenshilfe.
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Betreff: Haiti
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